Best.Nr. 13695
Zwei Frauen in blauen Kleidern neigen sich zu dem Kind hinunter. Die Szene ist in eine schöne für Schiestl charakteristische Landschaft eingebettet, die im Vordergrund eine saftig grüne Wiese und dahinter mit herbstlich roten Bäumen versehene Hügel aufweist. Öl auf Holz von Matthäus Schiestl, re. u. sign., um 1915. 50 x 38,5 cm (Bildmaß), 67,5 x 57,5 cm (Außenmaß Rahmung). - In breitem dunkelbraunem Rahmen mit schmaler goldener Innenkante gerahmt. - Leichte horizontale Spannungsrisse in der Farboberfläche. - Matthäus Schiestl: Gnigl (Salzburg) 27.3.1869 - 30.1.1939 München. Schiestl zog im Kindesalter mit seiner Familie von Österreich nach Würzburg, wo er mit seinen beiden Brüdern Heinz und Rudolf ersten Unterricht in der Werkstatt des Vaters, Matthäus Schiestl. d.Ä., erhielt. Mit 25 zog er zur Ausbildung an der Akademie nach München, an der er 1912 auch zum Professor ernannt wurde. Er blieb allerdings Zeit seines Lebens der fränkischen Heimat verbunden, u.a. durch seine Mitgliedschaft in der Hetzfelder Flößerzunft. Er unternahm zahlreiche Bildungsreisen, davon eine auch ins Heilige Land. Seine Motive wurden von religiösen Themen und Sagen beherscht, meist vor dem Hintegrund einer fränkischen Lanschaft. Die Malerei war einem sachlichen Realismus verhaftet, deren Komposition er an deutsche Meister des 15. und 16. Jahrhunderts anlehnte. Im öffentlichen Raum findet sich neben seinen Werken in St. Adalbero zu Würzburg, St. Benno in München oder dem Schloß Mainberg bei Schweinfurt auch das beschriebene Altarbild in St. Elisabeth in Bonn.